Paulinus Ausgabe v. 14.04.2000
Im Dienst der Verkündigung
Premiere der Passionsspiele in Schuld war ausverkauft

Das Passionsspiel in Schuld (Dekanat Adenau) steht
ganz im Dienst der Verkündigung, der Botschaft von der Erlösung durch Jesus Christus. Die
Passionsspiele in der Pfarrkirche zeichnen sich aus durch Nüchternheit und Straffheit, so betonen die
Veranstalter: weg vom spielerischen Detail – hin zum zentralen Heilsereignis. Schuld erlebte am 25. März die Premiere der Passionsspiele 2000.
Die Veranstaltungen am Samstag und Sonntag waren ausverkauft. Tief beeindruckt verließen die
Besucher die Kirche, schweigend, meditierend.
Das Besondere an der Passion in Schuld ist vor allem die Gestalt des Judas Iskariot. Judas ist
kein naiver Bösewicht, der es von vornherein auf einen Verrat seines Meisters abgesehen hat.
Er ist ein innerlich zerrissener Mensch, ein Mensch voller Probleme, der um Wahrheit und
Erkenntnis ringt. Er scheitert an Jesus, weil er in ihm nicht den Messias erkennt. Er bricht ihm
die Treue, weil er den Weg und das Programm Jesu nicht akzeptieren will. Jesus ist in dieser
Passion der große Beter, der große Lehrer, der seine Jünger das Gebot der Liebe lehrt. Er
versteht sich als der Erfüller des Alten und als Begründer des Neuen Bundes. Das
Passionsspiel wirft die Frage auf: Wer war schuld am Tod Jesu? Die Antwort: Im Letzten ist es
weder der Lauf der Dinge noch die Entscheidung der jüdischen oder römischen Obrigkeit, dass
Jesus diesen grausamen Tod am Kreuz sterben muss. Der Tod des Messias entspricht dem
Heilsplan Gottes.
Walter Pfahl probte die Passion ein. 120 Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder sind an der
Aufführung beteiligt. Pfarrer Gerold Rosenthal schrieb den Text zu dieser Passion. Er hat einen
Bildband (22 Mark) zusammengestellt, der die Passions- und Osterspiele in Wort und Bild
festhält. Nähere Informationen zu den Passionsspielen, die noch am 15., 16. und 21. April
2000 in der
Pfarrkirche aufgeführt werden, gibt es beim Kartentelefon.